Fotos sortieren am PC nach Datum, Ordner und Dateiname

Fotos sortieren lässt sich auf drei Arten: nach Datum, nach Ereignis oder nach Ort. Welche Ordnung auf Dauer trägt, hängt davon ab, wie Sie Ihre Bilder später wiederfinden möchten. Ein paar einfache Entscheidungen am Anfang ersparen viel Nacharbeit.

Drei Ordnungsprinzipien im Vergleich

Die Zeitleiste ist eindeutig, weil jedes Foto genau einen Zeitpunkt hat und nie zwischen zwei Ordnern schwankt. Ereignisordner lesen sich angenehmer: „Sommer 2019 Portugal“ sagt mehr als „2019-07“. Das Problem beginnt, sobald sich Ereignisse überschneiden, etwa ein Geburtstag mitten im Urlaub. Ortsordner funktionieren fast nur für Reisen und verlieren ihren Wert, sobald man häufig am selben Ort fotografiert. Als Grundgerüst taugt deshalb das Datum, ergänzt um einen Ereignisnamen dort, wo er Sinn hat. So bleibt die Ordnung eindeutig und trotzdem lesbar. Eine Frage taucht dabei fast immer auf: Kommen die Bilder mehrerer Familienmitglieder in dieselbe Zeitleiste, oder bekommt jeder einen eigenen Hauptordner? Für gemeinsame Anlässe spricht die gemeinsame Zeitleiste, weil Hochzeit oder Urlaub dann nicht dreimal auftauchen.

Aufnahmedatum statt Dateidatum

Jede Digitalkamera schreibt den Aufnahmezeitpunkt in die Bilddatei, zusammen mit Kameramodell und weiteren Angaben, den sogenannten EXIF-Daten. Das Datum, das der Explorer standardmäßig anzeigt, ist etwas anderes: Es wird beim Kopieren oder Bearbeiten gern auf „heute“ gesetzt. Sortiert man danach, landen zehn Jahre Urlaubsfotos plötzlich im selben Monat. Beim Sortieren von Fotos zählt deshalb das Aufnahmedatum. Sie finden es, indem Sie eine Datei mit der rechten Maustaste anklicken, die Eigenschaften öffnen und auf „Details“ wechseln. Fehlt der Eintrag, wie bei Scans oder weitergeleiteten Chatbildern, bleibt nur das Dateidatum als Notlösung. Je älter die Bilder, desto öfter fehlen die Daten, vor allem bei eingescannten Abzügen. Zehn Stichproben vorab verraten, ob die Sammlung durchgängig Aufnahmedaten enthält.

Eine Ordnerstruktur, die mitwächst

Zwei Ebenen reichen: Jahr und darunter der Monat. Hat ein Monat ein klares Ereignis, wird es an den Ordnernamen angehängt. Mehr Tiefe braucht es nicht, und sie macht die Suche eher mühsamer. Der Vorteil dieser Struktur zeigt sich nach ein paar Jahren, denn sie wächst von selbst weiter, ohne dass je umgebaut werden muss. Reicht die Sammlung bis in die Zeit vor der Digitalkamera zurück, kommt oben ein Ordner „Vor 2000“ dazu, in dem die Scans nach Jahren geordnet werden. Das Datum ist bei alten Abzügen ohnehin geschätzt, ein Monatsordner würde nur Genauigkeit vortäuschen. So könnte das aussehen:

2023
  2023-05 Hochzeit Anna
  2023-08 Portugal
2024
  2024-01
  2024-02 Skiurlaub

Dateinamen, die sich selbst sortieren

Unter dem Stichwort Fotos sortieren PC finden sich unzählige Anleitungen für den Explorer, und fast alle enden bei der Frage nach den Dateinamen. Ein bewährtes Schema lautet JJJJ-MM-TT_Nummer, also etwa 2023-08-14_001.jpg. Der Explorer ordnet Namen von links nach rechts, mit dem Jahr vorn ergibt die alphabetische Reihenfolge automatisch die zeitliche. Wird das Datum dagegen als 14.08.2023 geschrieben, stehen alle Vierzehnten des Jahres beieinander. Die laufende Nummer verhindert, dass zwei Fotos derselben Sekunde kollidieren; bei Serienaufnahmen nimmt man vier Stellen. Sonderzeichen und Umlaute bleiben besser weg, weil manche Programme und Sicherungen damit Probleme haben. Hilfreich ist ein Kürzel am Ende, etwa _AN für Anna, wenn Bilder mehrerer Kameras und Personen zusammenkommen. So lässt sich die Herkunft auch dann noch erkennen, wenn die Dateien längst in einer gemeinsamen Zeitleiste liegen.

Wenn die Menge wächst

Bei einigen hundert Fotos baut man Struktur und Namen noch von Hand. Bei Tausenden lohnt das nicht mehr. FotoSortierer XL liest die EXIF-Daten aus, legt die Jahr-Monat-Ordner an und benennt die Dateien nach dem gewählten Schema um; es läuft unter Windows und lässt sich kostenlos herunterladen. Testen Sie das Schema zuerst an zwanzig Kopien statt an der ganzen Sammlung. Sehen Sie dort, dass alles an den richtigen Platz wandert und die Namen stimmen, lassen Sie die komplette Sammlung durchlaufen. Das kostet fünf Minuten und erspart böse Überraschungen. Halten Sie das gewählte Schema an einer festen Stelle fest, etwa in einer Textdatei im Hauptordner. In drei Jahren weiß sonst niemand mehr, wie die Nummern gemeint waren.